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Die Kirche in Lacken

Schon zur Zeit der Erbauung des Schulhauses trug man sich mit dem Gedanken, neben der Schule eine Kapelle zu errichten, um den Schulkindern den beschwerlichen Fußmarsch nach Walding zu ersparen. Dorthin mussten sie nämlich zur Beichte und auch zur Erstkommunion. Für die am weitesten Entfernten hieß das damals schon um vier Uhr früh aufbrechen! Der erste Entwurf für eine Kirche geht auf das Jahr 1910 zurück. Da aber die nötigen finanziellen Mittel fehlten, konnte der Plan vorerst nicht verwirklicht werden.

Beichtzettel 1926, Feldkirchen

Beichtzettel 1926, Feldkirchen (Rückseite)

Beichtzettel 1881, St. Gotthard

Erst im Herbst 1929 kam man gleichzeitig mit der Schulerweiterung auf den Plan des Kirchenbaues zurück. Am Stephanietag 1929 wurde im Gasthaus Wolkerstorfer (Lacken Nr. 1) einstimmig der Bau der Kapelle beschlossen.

Gleichzeitig wurde bestimmt, dass ein Teil des erforderlichen Geldbetrages und des Bauholzes durch eine Sammlung eingebracht werden sollte. Die Sammlung war auch recht erfolgreich; der Ziegelfabrikant von Eferding (Gerling) spendete 6000 Mauerziegel, die Dachziegel sowie den nötigen Sand.

Kurze Zeit darauf wurde der vom Baumeister Weixelbaumer gezeichnete Bauplan der Bezirkshauptmannschaft vorgelegt. Dieser wurde jedoch nicht genehmigt, weil geplant war, Feuerwehrzeughaus und Kapelle unter einem Dach zu vereinen. Eifrig wurde nun verhandelt und beraten, wer die Kirche übernehmen bzw. wer sie erhalten sollte.

Gleichzeitig verhandelte man mit dem Stift St. Florian, denn von Walding aus sollte der regelmäßige Gottesdienst besorgt werden. Dies wurde auch zugesagt. Inzwischen wurde Anfang März 1930 schon Baumaterial herbeigeschafft. Mitte März wurde die Kalkgrube gegraben; Holz und Ziegel wurden zur Baustelle geschafft.

Die Verhandlungen betreffs Übernahme des Patronates stockten, weil die Schulgemeinde, von der man anfangs glaubte, sie solle die Kapelle übernehmen, nicht dazu berechtigt wurde. So tauchte schließlich der Gedanke auf, die Schulkapelle ins Schulhaus einzubauen , was aber von den hiesigen Bewohnern abgelehnt wurde. 

Am 15. April wurde ein Kirchenbauverein, bestehend aus 12 Mitgliedern, gegründet. Vorsitzender und Obmann wurde G. Rammerstorfer, vulgo Unterhillinger. Am 29. April 1930 wurde von der Bezirkshauptmannschaft Urfahr die Baubewilligung erteilt, sodass am 2. Mai 1930 endlich mit der Grundaushebung begonnen werden konnte. 

Nach längeren Verhandlungen mit dem Bischöflichen Ordinariat in Linz und dem Stift St. Florian konnte am Pfingstmontag, den 9. Juni 1930, die Feier der Grundsteinlegung gehalten werden. In den einzelnen Pfarren der Umgebung war dies verkündet worden und so sammelten sich nachmittags die Festteilnehmer. Vom Gasthaus zog die Schar zum Bauplatz, voran die Schuljugend, dann die Musikkapelle von St. Gotthard, die Festgäste und die anderen Teilnehmer. Einleitend sprach der Pfarrer von Feldkirchen über die Eigenartigkeit und Seltenheit einer solchen Feier in unserer heutigen Zeit und nahm dann die Weihe des Grundsteines vor.

Die Bauarbeiten schritten so zügig voran, dass bereits am 17. Juni 1930 die Dachgleiche erreicht war.

Am 18. Juni begannen die Zimmerleute den Dachstuhl aufzusetzen; Ende September fand die Bautätigkeit an der Kapelle ihren Abschluss. Die Maurer stellten noch den Außenanwurf, die Sakristei und den Presbyteriumbogen fertig, dann ließ man die Arbeit vorerst für fast ein Jahr ruhen. 

Am 10. Mai 1931 wurde ein Altar, der vom Pfarrer von Leonding für den geringen Betrag von 100 Schilling zur Verfügung gestellt worden war, nach Lacken gebracht.

Die Arbeiten an der Kapelle wurden im Juni 1931 wieder aufgenommen. Der neuernannte Schulleiter Alois Kührer versprach, eifrig mitzuhelfen, damit die Kapelle noch in diesem Jahre ihrem Zwecke übergeben werden könnte.

Mitte August 1931 wurden die Maurerarbeiten in der Kapelle vollendet, und im September glaste der Glasermeister Bauer aus Aschach die Fenster der Schulkapelle ein.

Aber erst im Februar 1933 begannen die Vorarbeiten zum Kirchweihfest. Der Kunstakademiker Prof. Adalbert Stifter legte die Entwürfe für das Altarfenster vor, das der Glasmaler Raukamp aus Schlierbach ausführte. Die Steinarbeiten für den Granitaltar wurden dem Steinmetzmeister Kastner, Plöcking-Neuhaus, übertragen.

Die Übernahmeverhandlungen wurden abgeschlossen. Der Ortsschulrat Lacken übernahm die Schulkapelle schuldenfrei und im Umfang des jetzigen Zustandes. Die grundbücherliche Eintragung wurde durchgeführt.

Den Bemühungen des Prälaten von St. Florian ist es gelungen, einen Messeleser für Lacken zu bestimmen. Dr. P. Benedikt Höbart, Professor in Wilhering, sollte jeden Sonn- und Feiertag den Gottesdienst übernehmen. Außerdem wurde damals auch festgelegt, dass der jeweilige Katechet der Schule zweimal wöchentlich Schulgottesdienst halten sollte.

Ende März 1933 wurde der Altarstein (Altarplatte, Rückwand und zwei Säulen) vom Steinbruch Plöcking abgeholt.

Am 21. Mai 1933 nahm in der dichtgefüllten Kirche der Prälat von St. Florian, Dr. Vinzenz Hartl, die Weihe unserer „Maria-Hilf“- Kirche vor. Zahlreiche Festgäste hatten sich eingefunden: der Landesschulinspektor Dr. Franz Berger, der Bezirkshauptmann Dr. Nusko, Reg.-Rat Bez. Schulinspektor Luib und viele Freunde unseres Ortes. Die Aufführung eines Volksspiels und ein Festspruch waren weitere Höhepunkte des Tages. Am Nachmittag gab es einen fröhlichen „Kirta“, der für die vielen Besucher aus allen Teilen des Mühlviertels zu einem buntbewegten und stimmungsvollen Heimatfest wurde.

Am 21. August 1933 wurden die beiden Glocken (Kriegerglocke und Maria-Hilf-Glocke) geweiht.

Am Hl. Abend 1933 wurde zum ersten Mal die Christmette gefeiert, und am 2. Oktober 1934 die erste Trauung (Georg Wolkerstorfer und Franziska Angerer) gehalten.

Wenn man heute in Lacken über Volkstum und heimatliches Brauchtum hört, so ist der Oberlehrer Alois Kührer in aller Munde. Er war an der hiesigen Schule von 1931 bis 1938 als Schulleiter tätig. Kührer verstand es, die Freude des Menschen am Theaterspiel zu wecken und zu fördern. Schon bald nach seinem Dienstantritt gründete er die „Lackner Spielgemeinschaft“. Seine Überzeugung, dass ein Lehrer seine Aufgabe in der Volksbildung und in der Weitergabe alten Volksgutes zu sehen habe, ließ Lacken und seine Spielschar im ganzen Land berühmt werden.

Am 20. Dezember 1931 wurde zum ersten Mal in der Schulkapelle ein altes Krippenspiel aufgeführt. Dem Ablauf des Kirchenjahres gedachte man in der Aufführung von Auferstehungsspielen zum Osterfest, von Mysterienspielen zu Kirchweihfesten und von Krippenspielen zu Weihnachten. Im Jahre 1934 wurde ein solches auch in Linz im Park der Kreuzschwestern aufgeführt. Im März 1935 wurde ein Osterspiel im Urania Saal in Linz aufgeführt.

Das Jahr 1932 ist durch die Aufführung des St. Christophorusspieles in Lacken wohl zum bedeutendsten im Wirken Kührers geworden.

Unter seiner Leitung führten 160 (!) Lackner(innen) in der Scheune beim „Schatz“ (einst großes, aber bereits vor Jahren abgetragenes Bauernhaus in der jetzt nach diesem Hof benannten „Schatzsiedlung“) das „Christophorus-Spiel“ auf. Mit dem Zug strömten damals Theaterbesucher aus dem ganzen Land herbei, um dieses Laienspiel zu sehen. Der Reinerlös wurde für die Kirche zur Verfügung gestellt.

In einem Zeitungsbericht (Heimatland, Wort und Bild aus Heimat und Ferne, Nr. 21, 1932) wurde Lacken das „Klein-Oberammergau“ genannt. Der Redakteur berichtete:

„Lacken ist zu einem Klein-Oberammergau geworden. Das ganze Dorf spielt diesen Sommer und die Umgebung tut mit und sie sind mit einer solchen Hingabe und Begeisterung am Werk, daß das Spiel wirklich etwas Großes geworden ist. Nun wird nur mehr die letzte Feile angelegt, die Szenen sitzen schon prächtig. Es hat aber auch ein hartes Stück Arbeit gekostet, sowohl für den Spielleiter als für die Spieler, ein so großes Spiel einzuproben - bei schlechtestem Wetter sind sie von ihren Höfen und Häusern gekommen, herzugewandert nach schwerer Tagesarbeit, um zu proben - und wieder heimmarschiert bei Nacht und Finsternis.

...

Das ist es, was uns überhaupt immer wieder überrascht, die große Natürlichkeit, mit der gespielt wird. Solche schöne, alte Volksspiele sollen eigentlich nur vom Landvolk gespielt werden, denn nur der Bauer ist noch so mit all den Dingen, von denen er spielt, mit Gott, Erde, Teufel, mit Sage und Mystik verbunden, daß er in dem Spiel nicht nur eben das Spiel, sondern sich selbst spielt mit allen Nöten, Kämpfen und Siegen und der verborgenen Sehnsucht seiner eigenen Seele. Und das packt und reißt mit, mehr als vollendetste Schauspielkunst.“

Christophorusspiel

Am 27. Mai 1936 fand die Einweihung des kunstvoll gemalten Kreuzweges statt.

1942 wurde Lacken von Bischof Fließer zur Kooperator-Expositur erhoben.

Kirche in Lacken 1951

Von Herbst 1952 bis Frühjahr 1953 wurde die Kirche erweitert.

Die Einweihung des Kirchenanbaues erfolgte am 7. Juni 1953 durch Prälat Leopold Hager vom Stift St. Florian. In einem prächtigen Zug, in dem man Landestrachten, Bäuerinnen mit mächtigen, schwarzseidenen Kopftüchern und Goldhauben sah, schritt man zur Kirche. Prof. Dr. P. Benedikt Höbart schilderte in seiner Festrede das Werden und Wachsen der Kirche. Das Ende des Festaktes bildeten humorvolle Mundartgedichte von Volksschuldirektor Franz Wöß und die oberösterreichische Landeshymne „Hoamatland“.

Bereits während der Krankheit von Dr. P. Benedikt Höbart und später nach dessen Tod im Oktober 1954 zelebrierte P. Norbert Grasböck in Lacken die Sonn- und Feiertagsgottesdienste.

Ab 1. Oktober 1955 bekam Lacken mit P. Berthold Hofstätter, bis zu dessen Tod am 26. Juli 1984, einen ständigen Seelsorger. Am 2. Oktober 1955 konnte der neuerbaute Pfarrhof eingeweiht werden. Seit 1955 hat Lacken einen Pfarrkirchenrat. 

Erstkommunion 1956

Erstkommunion 1956

Im Jahre 1961 wurde ein Geläute, bestehend aus 3 Glocken, angeschafft.

Ankunft der Glocken in Lacken

Ankunft der Glocken in Lacken

Die einzelnen Glocken tragen folgende Inschriften:

Glocke 1

Schenk unserer Welt den Frieden der Waffen und den Frieden der Seelen.

Lacken - Mühlkreis 1961

Glocke 2

Königin des Friedens bitte für uns

Lacken - Mühlkreis 1961

Glocke 3

Hl. Josef steh uns bei in der Todesstund

Lacken - Mühlkreis 1961

Die 3 Glocken der Kirche in Lacken

Da der vorhandene Glockenturm für die 3 Glocken zu klein war, musste man einen neuen errichten. 

Am 20. August 1961 wurden der Turm und die drei neuen Glocken durch Prälat Leopold Hager vom Stift St. Florian feierlich eingeweiht. 

Glockenweihe

Einzug zur Glockenweihe

In den Mühlviertler Nachrichten vom 24. August 1961 (Nr. 34, 62. Jahrgang) konnte man wie folgt lesen:

Ein besonderer Festtag für Lacken

Dass auch kleine Gemeinden imstande sind, große Leistungen zu vollbringen, das bewies jetzt wieder einmal die etwa 700 Seelen zählende Pfarrgemeinde Lacken.

Seit Mai leistete die Bevölkerung Robotstunden bei der Errichtung des neuen Glockenturmes.

Der für die Anschaffung von drei Glocken benötigte Betrag von 22.000 Schilling konnte innerhalb weniger Tage durch Spenden aufgebracht werden.

Am Sonntag hatte diese kleine Pfarrgemeinde ihren großen Tag: Glocken- und Turmweihe.

Die Schulkinder, die neugegründete Musikkapelle, der Veteranenverein, Goldhauben- ­und Kopftuchgruppen, die Geistlichkeit, die Feuerwehr und andere Verbände hatten sich zu einem imposanten Festzug zusammengeschlossen, um die drei neuen Glocken, welche auf einem geschmückten Pferdegespann aufgestellt waren, zur Kirche zu geleiten.

Dort hatten sich inzwischen viele Menschen, die aus nah und ferne gekommen waren, eingefunden.

Pfarrer Hofstätter begrüßte sie alle herzlichst und dankte der Bevölkerung für ihre spontane Hilfsbereitschaft.

Anschließend hielt Prälat Leopold Hager aus Sankt Florian die Segenspredigt und nahm die Weihe des Turmes und der Glocken vor.

Als Ehrengäste waren neben vielen Pfarrern und Bürgermeistern der umliegenden Gemeinden auch Kommerzialrat Karl Leitl und Ing. Karl Leitl erschienen.

Besonderer Dank des Pfarrers sowie der Pfarrbevölkerung gilt den Firmen Leitl & Co. und Rieseneder, welche die Ziegel für den Glockenturm spendeten, sowie dem alten Leitner zu Schrecking, der das Bauholz spendete.

Glockenweihe

Glockenweihe

Unser ganz besonderer Dank gilt hier vor allem Herrn Leopold Nigl für seine „hartnäckigen“ Verhandlungen mit den zuständigen Behörden. Ein nicht minderes Vergelt's Gott natürlich auch allen übrigen - lebenden und bereits verstorbenen - Gönnern und Wohltätern, wie etwa der Fam. Unterhillinger, Herrn Gaisbauer sen., Herrn Peter Bumberger sen., verst. Altbauer des Oberhillinger-Gutes, Hr. Zimmerpolier Wiesinger (Wegscheider in Lacken), dem verstorbenen „Tiefenbachschuster“ und allen übrigen, deren Namen nicht mehr in Erfahrung gebracht werden konnte. 

Am 29. Oktober 1961 wurde schließlich auch noch der Friedhof eingeweiht.

Erstkommunion 1973

Erstkommunion 1973

Am 26. Juli 1984 starb im Pensionistenheim Bad Mühllacken nach langem, mit Geduld ertragenen Leiden, P. Berthold Othmar Hofstätter.

Am Mittwoch, 1. August, fand das Begräbnis auf dem Friedhof von Lacken statt. Die Menschenmenge war so groß, dass nicht alle in der Kirche Platz hatten und die Feier auf den Kirchenplatz übertragen werden musste. Den Kondukt führte der Abt des Stiftes Wilhering, P. Dominik Nimmervoll. Neben dem Probst des Stiftes St. Florian war auch Prälat Viehböck als Vertreter des Bischofs erschienen und überbrachte das Kondolenzschreiben des Diözesanbischofs. An der Feier nahmen viele Patres aus dem Stift Wilhering, aus dem Stift St. Florian und dem Dekanat teil. Die Begräbnismesse wurde in Konzelebration gefeiert und vom Kirchenchor gestaltet.

P. Berthold fand durch seine gesellige Art Zugang zu allen Menschen. Er wirkte 29 Jahre als vorbildlicher Seelsorger in unserer Pfarre, die ihm sehr ans Herz gewachsen war.

Trotz häufiger Krankheit und vieler Krankenhausaufenthalte übte er seine Seelsorgetätigkeit aus und freute sich immer sehr, wenn er wieder in sein geliebtes Lacken zurückkehren konnte.

Wie beliebt P. Berthold in Lacken war und wie die Bevölkerung um ihn trauerte, zeigte sich bei seinem Begräbnis. Der Dank der Gemeinde Feldkirchen für die jahrelange gute Zusammenarbeit wurde durch Bürgermeister Ernst Rechberger ausgesprochen.

Bürgermeister Josef Mahringer von Herzogsdorf, Mitglied des Pfarrkirchenrates Lacken, drückte in seiner Ansprache die Sorge aus, dass Lacken nun keinen eigenen Seelsorger mehr bekommen könnte und forderte die Laien auf, tatkräftig in der Pfarrgemeinde mitzuwirken.

Unter den Klängen der Musikkapelle setzte sich dann der lange Trauerzug auf den Friedhof in Lacken in Bewegung.

Begräbnis P. Berthold Hofstätter

Begräbnis P. Berthold Hofstätter

Die Beisetzungsfeier auf dem Friedhof wurde leider durch ein heftiges Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen stark beeinträchtigt. Mit dem Salve Regina endeten die Trauerfeierlichkeiten auf dem Friedhof.

Bei der anschließenden Totenzehrung im Gasthaus Wolkerstorfer versprach der Abt des Stiftes Wilhering, dass Lacken nach Möglichkeit wieder einen eigenen Seelsorger bekommen würde.

Mit 1. September 1984 wurde P. Paulus Nimmervoll von Bischof Maximilian Aichern auf Vorschlag des Abtes Dominik Nimmervoll vom Stift Wilhering zum Kooperator Expositus für Lacken ernannt. Somit wurde die Tradition beibehalten, dass Lacken wieder von einem „Wilheringer“ besetzt wurde, obwohl es eigentlich dem Stift St. Florian untersteht. Bei seinem ersten Pfarrgottesdienst in Lacken stellte er sich seinen „Schäfchen“ vor. Er ersuchte die Pfarrbevölkerung, ihm bei der Seelsorge- und Pfarrarbeit behilflich zu sein und bat um Verständnis, dass keine Wochentagsgottesdienste mehr abgehalten werden könnten, weil er auch noch Konviktsleiter im Schülerheim und Religionsprofessor am Stiftsgymnasium Wilhering sei.

Am 30. September 1984 fand im Rahmen des Sonntagsgottesdienstes die Einführung des neuen Expositus durch Dechant P. Augustin Brandstätter statt. Dabei ging der Dechant auf die Aufgaben des Seelsorgers ein und betonte die Wichtigkeit der Mitarbeit der Laien.

Am 2. November 1984 fand die Temporalienübergabe statt. Diese gestaltete sich sehr schwierig, weil kein Testament vorhanden war. So wurde mit Abt Dominik Nimmervoll vom Stift Wilhering vereinbart, dass das gesamte vorgefundene Vermögen (365.878,22 Schilling = 26.589,41 Euro) der Pfarre gehören sollte, da zwischen Pfarr- und Privatvermögen nicht genau zu trennen war.

Am 21. August 1988 fand die Weihe des von Fr. Dr. Dobler für die Kirche gestifteten Kreuzes statt. Die Kreuzweihe wurde von der Singgemeinschaft Lacken und dem Kinderchor gestaltet. Das Kreuz (es ist im vorderen linken Kirchendrittel angebracht) wurde von Herrn Friedrich Litzlbauer, Neukirchen am Walde, geschnitzt. Das Kreuz selbst ist aus Eiche, 1,5m hoch und 1m breit. Die Christusfigur - im Stile Schwanthalers - ist aus Lindenholz, gefasst und vergoldet.

Seit Mai des Jahres 1988 war es Gewissheit: der überaus beliebte Seelsorger, P. Paulus Nimmervoll, wird mit 1. September 1988 Pfarrer von Gramastetten.

Am Sonntag, 28, August 1988, verabschiedeten wir uns zunächst mit einem Dankgottesdienst in unserer Pfarrkirche und anschließend bei einem gemütlichen Zusammensein in der Asphalthalle. Die gesamte Pfarrbevölkerung war an diesem Tag auf den Beinen; die Musikkapelle Lacken sorgte für die musikalische Umrahmung, fleißige Mitarbeiter aus der Pfarre für das leibliche Wohl.

Manches war damals - bedingt durch die lange, schwere Krankheit seines Vorgängers - unerledigt geblieben. Es war daher kein leichtes Erbe, das P. Paulus damals antreten musste, aber Gott hat ihn mit diesem Werk beauftragt und seinen Dienst gesegnet. Vier Jahre - eine denkbar kurze Zeitspanne - und dennoch war es eine reiche Zeit. P. Paulus ist es gelungen, eine Vertrauensbasis aufzubauen.

Durch seine Initiative und unsere Mithilfe waren viele Neuerungen möglich. Alleine in baulicher Hinsicht wurde Beachtliches geleistet:

Die Kirche wurde renoviert, das heißt, ein neuer Boden wurde verlegt, eine Elektroheizung installiert, eine Lautsprecheranlage montiert und ein elektrisches Geläute angeschafft.

Im Pfarrhof wurde ein Raum geschaffen, damit Sitzungen, Firmunterricht, Jungschar- und Ministrantenstunden, Proben für Messen und Bibelrunden abgehalten werden können.

Das neue Pfarrheim oberhalb der RAIKA stand kurz vor der Fertigstellung. Die dringend notwendige Erweiterung des Friedhofes, die Restaurierung des Kirchenturmes und die Isolierung des Pfarrhofes wurden von P. Paulus bereits in die Wege geleitet.

Durch sein Verständnis für die Jugend und nicht zuletzt durch die verschiedenartige Gestaltung der Gottesdienste - Kinder- und Jugendgottesdienste finden bekanntlich großen Anklang - ist es ihm gelungen, den Kirchenbesuch für Kinder und Jugendliche wieder attraktiv zu machen.

Jungschar- und Ministrantenstunden wurden gerne besucht, und auch eine Jugendgruppe war bereits geplant.

Laienfirmhelfer und Tischmütter, eine große Anzahl von Ministranten und verschiedene Lektoren hat er zur Mitarbeit in unserer Pfarrer motivieren können.

Seit 1987 gibt es auch einen Pfarrgemeinderat mit vorerst drei Fachausschüssen für Liturgie, Sozial-caritative Dienste und für Öffentlichkeitsarbeit.

Sehr viel Verständnis hatte P. Paulus auch immer für die Sorgen unserer älteren Menschen.

Er machte gerne Krankenbesuche, teilte die Krankenkommunion aus und bewirkte ein Umdenken von der „Letzten Ölung“ zur Krankensalbung.

Großer Beliebtheit erfreuten sich auch die monatlichen Seniorennachmittage, die von ihm jeweils mit einem Gottesdienst eröffnet wurden.

Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein hatte jeder die Gelegenheit mit ihm zu plaudern.

Hilfe durch seelischen Beistand und tröstende Worte, durch aufrichtige, persönlich empfundene Anteilnahme, wenn das Schicksal unbarmherzig zuschlug, gab er immer wieder den Betroffenen, jenen, die an einer schweren Krankheit litten, mit großen familiären Problemen zu kämpfen hatten oder einen lieben Angehörigen verloren.

Für alles, was er für uns getan hat, möchten wir ihm ein aufrichtiges Vergelt‘s Gott sagen und ihm auch weiterhin den Segen des Allmächtigen wünschen.

Seit 4. September 1988 wird unsere Pfarre von P. Klemens Schimpl, der seinen Amtsbruder P. Paulus Nimmervoll nicht nur als Internatsleiter des Stiftsgymnasiums Wilhering sondern auch bei uns in Lacken als Expositus ablöste, betreut. 

Am 9. März 1990 wurde mit der Renovierung der Außenfassade unseres Kirchturms begonnen. Die Bauarbeiten schritten so zügig voran, dass bereits am 23. April die Sanierung des Kirchendaches in Angriff genommen werden konnte. Es wurden Kupferdachrinnen und eine Blitzschutzanlage auf Kirche und Pfarrhof angebracht. Kirche, Turm und Pfarrhof erhielten einen Neuanstrich (in den Farben des Stiftes St. Florian).

Auch diesmal blieben die Lackner ihrem Ruf treu und leisteten wieder „ganze Arbeit“, sei es durch Robot, finanzielle Zuwendungen oder auch durch die Verköstigung der Arbeiter. Besonderer Dank gebührt hier neben dem „PKR-Bauchef“ Johann Gaisbauer auch dem „Baupolier“, Herrn Albert Märzinger und seinen „Mannen“.

Erntedankfest 1990

Trachtengruppe 1990

Den Höhepunkt des Jahres 1990 bildete zweifelsfrei die Pfarrvisitation durch unseren Bischof Maximilian Aichern am 16. Dezember 1990. Der Pfarrgottesdienst um 8 Uhr wurde von Bischof Aichern in Konzelebration mit Probst W. Neuwirth vom Stift St. Florian und P. Klemens Schimpl abgehalten.

Pfarrvisitation 1990

Um 9 Uhr 30 wurde von Bischof Aichern und P. Klemens Schimpl eine Jugendmesse zelebriert.

Pfarrvisitation 1990

Pfarrvisitation 1990

Pfarrvisitation 1990

Am 7. Mai 1995 fand in unserer Pfarre die erste Pfarrfirmung durch den Abt des Stiftes Wilhering, P. Gottfried Hemmelmayr, statt.

Im Zuge der Sanierung der Leichenhalle konnte nach langen Verhandlungen im September 1994 mit der Erweiterung des Friedhofes begonnen werden. Am Allerseelentag 1997 wurde der neue Teil der Gedächtnisstätte eingeweiht.

Nachdem unser altes Harmonium schon - im wahrsten Sinn des Wortes - „aus den letzten Löchern gepfiffen hatte“, wurde am 20. Juli 1998 eine neue Orgel bestellt und bereits drei Tage später von der Orgelbaufirma Bauernfeind aus Gallneukirchen aufgestellt. Am 26. Juli war es dann soweit: P. Klemens Schimpl weihte im Rahmen eines Gottesdienstes die Orgel und unser langjähriger Organist, Herr Gottfried Bräuer, zog alle Register und erfreute uns mit dem klangvollen Spiel. Die Ahlborn Hymnus III D 270 ist mit ihren 27 klingenden Registern die ideale Orgel für kleinere Kirchen. Die interne Spieltischabstrahlung ermöglicht die Wiedergabe des gesamten Klangspektrums. Durch die spezielle Anordnung der Hochtonlautsprecher bekommen die Mixturen eine besondere Brillanz.

Am 1. Juli 2001 fand die zweite Pfarrvisitation durch Bischof Maximilian Aichern statt. Im Rahmen dieser Visitation spendete er 34 Jugendlichen der Pfarre das Sakrament der Firmung. 

Pfarrvisitation 2001

Pfarrvisitation 2001

Firmung 2001

 

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